Traunkirchen, 25.10 bis 28.10.2018

Samstag, 27. Oktober 2018

15:00 Uhr
Stiftersaal

Musik: Paul Zauner & Jan Kořínek

Knut Boeser / KUV 2016

Paul Zauner – tb

Jan Kořínek - Hammond organ

 

Posaune und eine Hammond Orgel B2 aus dem Jahr 1952. Reminiszenzen an den alten Blues, Gospel, Ray Charles, The Band. Alte Soulmusik wird neu gedacht.


15:30 Uhr
Stiftersaal

Renate Becker
Das 11. Gebot: Du sollst Deine Kinder achten

Christian Fleck / KUV 2016

 

Zwei Steintafeln "mit dem Finger Gottes geschrieben" brachte Moses vom Berge Sinai hinab, um sie dem Volke Israel zu überbringen. An fast alles, was dem friedlichen Zusammenleben dienlich ist, hatte der Herr gedacht: Nicht töten, nicht ehebrechen, nicht stehlen, nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten, nicht begehren, was des Anderen ist, und: "Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf dass du lange lebest in dem Lande, das dir der Herr, dein Gott, geben wird." Das sind die Grundlagen unserer abendländischen Gesellschaft.
Und wo bleiben die Kinder? Wo bleibt das 11. Gebot? Gedankenlosigkeit – wenn man so einen profanen Grund sich überhaupt zu denken traut – oder kein Platz mehr auf den Tafeln? Aus dem fehlenden 11. Gebot folgert die fehlende Verankerung der Kindesvernachlässigung, vom Missbrauch ganz zu schweigen, als "Schuld" in der psychischen Struktur der Gesellschaft. 

Renate Becker, Literaturwissenschaftlerin und Gestalttherapeutin. Bis 1995 Dozentin am German Department an der University of Warwick/GB; langjährige Chefredakteurin der Zeitschrift Gestalttherapie; Vorträge und Veröffentlichungen zum Thema "Gender und Darstellungsformen des Weiblichen in der Literatur". Sie lebt und arbeitet in Berlin

 

16:00 Uhr
Stiftersaal
Robert Pfaller
Erwachsenensprache: Über ihr Verschwinden aus Politik und Kultur

Otmar Lahodynsky / KUV 2016

Überall wird im öffentlichen Diskurs heute auf Befindlichkeiten Rücksicht genommen: Es werden vor Gefahren wie "expliziter Sprache" gewarnt, Schreibweisen mit Binnen-I empfohlen, dritte Klotüren installiert. Es scheint, als habe der Kampf um die korrekte Bezeichnung und die Rücksicht auf Fragen der Identität alle anderen Kämpfe überlagert. Robert Pfaller, Autor des Bestsellers Wofür es sich zu leben lohnt, fragt sich in Erwachsenensprache. Über ihr Verschwinden aus Politik und Kultur, wie es gekommen ist, dass wir nicht mehr als Erwachsene angesprochen, sondern von der Politik wie Kinder behandelt werden wollen. Steckt gar ein Ablenkungsmanöver dahinter? Eine politische Strategie? Es geht darum, als mündige Bürger wieder ernst genommen zu werden - doch dann sollten wir uns auch als solche ansprechen lassen.

Robert Pfaller, 1962 geb., studierte Philosophie in Wien und Berlin und ist nach Gastprofessuren in Chicago, Berlin, Zürich und Straßburg Professor für Kulturwissenschaft und Kulturtheorie an der Kunstuniversität Linz. Von 2009 bis 2014 war er Professor für Philosophie an der Universität für angewandte Kunst Wien. Zahlreiche Veröffentlichungen, u.a.: Die Illusionen der anderen (2002), Schluss mit der Komödie! (2005), Das schmutzige Heilige und die reine Vernunft (2008), Ästhetik der Interpassivität (2008), Wofür es sich zu leben lohnt (2011) und Zweite Welten und andere Lebenselixiere (2012), Erwachsenensprache. Über ihr Verschwinden aus Politik und Kultur (2017).

16:30 Uhr
Stiftersaal
Franz Schuh
Österreich 1918, 1938, 1968, 2018

Anton Pelinka / KUV2016

Versuch einer kritischen und respektvollen Würdigung unseres Landes

 

Franz Schuh, Philosoph, Schriftsteller, Literaturkritiker, 1947 in Wien geb., studierte Philosophie, Geschichte und Germanistik. Von 1976 bis 1980 war er Generalsekretär der Grazer Autorenversammlung, ab 1980 Redakteur der Literaturzeitschrift Wespennest. Bekannt wurde er seit den 1980er Jahren als Literaturkritiker für Profil und FALTER sowie als Kolumnist für DIE ZEIT, Neue Zürcher Zeitung und Literaturen. Darüber hinaus ist er als freier Mitarbeiter für Rundfunkanstalten sowie als Lehrbeauftragter an der Universität für angewandte Kunst Wien tätig. Zahlreiche Veröffentlichungen, zuletzt Der Krückenkaktus. Erinnerungen an die Liebe, die Kunst und den Tod (2011), Sämtliche Leidenschaften (2014), Fortuna. Aus dem Magazin des Glücks (2017). Er wurde vielfach ausgezeichnet; 2017 wurde ihm der Paul Watzlawick-Ehrenring der Ärztekammer Wien verliehen.

17:00 Uhr
Stiftersaal
Ursula De Santis-Gerstenberg
liest ausgewählte Texte zum Thema Respekt - Achtung, Wertschätzung, Anerkennung, Vertrauen, Toleranz.
 

Ursula De Santis-Gerstenberg, 1948 in Neumünster/Holstein geb.
Studium Germanistik, Publizistik, Philosophie an der Universität Salzburg.
Langjähriger Auslandsaufenthalt in Rom.
Vielfältige Tätigkeiten im kulturellen sowie im literatur- und musikwissenschaftlichen Bereich.
Dramaturgische Arbeiten für renommierte SchauspielerInnen.
Übersetzertätigkeit in verschiedensten Bereichen.
Leitung von Sprachkursen im Rahmen der Erwachsenenbildung.

 

17:30 Uhr
Stiftersaal

Im Gespräch: Renate Becker und Robert Pfaller mit Peter Huemer

 


19:00 Uhr

erlas galerie

Arnold Reinthaler
waste time. love art

Videoskizze | Österreich 2007 | 5 Min

Karin Kneissl/KUV2016

Die Videoskizze zeigt eine zweiundneunzigjährige Frau bei dem verzweifelten Versuch, den Satz waste time. love art. zu schreiben und auch nachzusprechen. Ohne es zu wissen, stellt die Großmutter des Künstlers Fragen nach der Kunst, der Liebe und nach der Zeit. Die gemeinsame Zeitverschwendung ist Ausdruck eines tiefen Vertrauens und Respekts der Großmutter vor dem Tun ihres Enkels, seiner Kunst, selbst auf die Gefahr hin, sich dabei auszuliefern. Ob es sich umgekehrt um eine Geste der Respektlosigkeit gegenüber der Großmutter handelt, wenn die Hilflosigkeit einer alten Frau künstlerisch inszeniert wird, muss der Betrachter entscheiden.

Arnold Reinthaler, 1971 in Wels geb., lebt als Künstler in Wien.
Nach dem Besuch der Fachschule für Bildhauerei in Hallein studierte er an der Kunstuniversität Linz und an der Akademie der bildenden Künste in Wien (Diplom bei Bruno Gironcoli). Er promovierte mit einer kulturwissenschaftlichen Dissertation bei Thomas Macho über Das Nomadische in der Kunst. Er erhielt zahlreiche Stipendien, u. a. den Talentförderungspreis der Akademie der bildenden Künste und des Landes Oberösterreich, das Emanuel und Sofie Fohn-Stipendium sowie das Margret Bilger-Stipendium, das Förderatelier des bm:ukk sowie Atelierstipendien für Gmunden und Paris.

19:30 Uhr

erlas galerie

Kabarett und Musik
RESPECT! IRRE SIND MENSCHLICH... EIN SINGALONG FÜR MUTIGE

Karin Kneissl/KUV2016

Karin Kneissl/KUV2016

Barbara Dorsch: Stimme und Tischorgel
Gotthard Wagner:
Geige und selten Stimme
Andreas Luger:
Schlagzeug und kaum Stimme
An diesem Abend wird gewiss nicht "millirahmgestrudelt", sondern eine "respektvolle Verneigung" vor Aretha Franklin vollzogen.
Falls Sie die Darsteller nicht verstehen sollten, bestellen Sie sich einen Niveaubeauftragten oder lassen Sie sich auf einen spannenden Abend ein!
Barbara Dorsch schreibt: "Was bedeutet mir als PASSAUER SAUDIANDL der Begriff ‚Respekt'?         
Ich habe zuerst Achtung vor dem Wort, gesungen wie gesprochen. Der Ton macht die Musik. Wertschätzung ist ein Begriff, den ich erst jetzt verstehe, da er äußerst überstrapaziert ist und den man heute wirken lassen sollte. Achtung habe ich auch vor der Schöpfung und der Religion. Die Andersfähigen sind mir ein großes Anliegen; ebenso sollten wir aus dem Unperfekten schöpfen. Andersfähigkeit und Unperfektes sind die größten Herausforderungen an mich. Ich bin bereit, mich darauf einzulassen. Lassen Sie mich ein Experiment machen und zu diesem Thema musizieren, sprechen, klatschen, und wagen Sie mit mir ein ‚SINGALONG', in dem Sie mit mir Stellung nehmen zum Thema R E S P E C T! Es lebe Aretha Franklin! Gotthard Wagner und Andreas Luger werden mich/Sie dabei begleiten, wo immer auch die Reise hingehen mag."

 

 

AK-Kultur